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Renovierungsarbeiten vor und nach dem Umzug

Wenn es um die Wandgestaltung der Mietwohnung geht, stellen Vermieter zu gerne ihre eigenen Regeln auf. Sie halten vertraglich fest, welche Verschönerungsarbeiten erlaubt sind und welche Renovierungsarbeiten beim Auszug fällig werden. Beides ist jedoch längst nicht immer legitim, was die wenigsten Mieter jedoch wissen.

Fakt ist: Ein Vermieter darf seinen Mietern nicht vorschreiben, wie sie ihre Wohnung zu gestalten haben. Erst recht ist die Klausel im Mietvertrag, dass Abweichungen von der bisherigen Ausführungsart mit dem Vermieter abgestimmt werden müssen, nicht zulässig – das hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH VIII ZR 199/06). Mieter dürfen selbstständig ihre Tapetenmuster und Wandfarben für den Innenbereich der Wohnung aussuchen und brauchen dafür keine Erlaubnis. Nur beim Eingriff in die Bausubstanz, wenn man zum Beispiel einen neuen Fußboden verlegen will, muss man den Vermieter um sein Einverständnis bitten. Es sei denn, man hat den Bodenbelag dem Vormieter beispielsweise abgekauft.
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Artikelbild: © istock.com/dumayne

Was die Einrichtung der Wohnung angeht, sind Mieter auch völlig frei in der Gestaltung. Sie können ihre Möbel, Pflanzen und Heimtextilien da hinstellen, wo es ihnen gefällt, und neue Möbel nach eigenem Geschmack dazu kaufen. Und was gilt für den Auszug? Wenn ein Umzug bevorsteht, müssen alle Bohrlöcher gestopft werden. Dübellöcher in Fliesenwänden sind zulässig, sollten aber immer in die Fugen gesetzt werden. Wenn die Fliesen beschädigt wurden, kann der Vermieter verlangen, dass die kaputten Stellen ausgebessert bzw. durch neue Fliesen ersetzt werden.

Wenn es um die Renovierung geht, darf der Vermieter lediglich verlangen, dass die Wohnung in ihrem ursprünglichen Zustand hinterlassen wird. Sprich, er kann das Streichen der Wände in einem Weißton verlangen, wenn sie mit knalligen Farben oder bunt gemusterten Tapeten verziert wurden. Sind die Wände jedoch weiß, darf er keinen neuen Anstrich verlangen – es sei denn, in der Wohnung haben beispielsweise starke Raucher gewohnt, sodass die Wände einen gelben Nikotinstich aufweisen. Generell gilt, dass eine Wohnung beim Umzug immer besenrein sein muss, was so viel bedeutet wie, dass man die Wohnräume reinigt und in einem sauberen Zustand verlässt, sodass die Nachmieter direkt einziehen können.

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