Eine Mietwohnung selbst renovieren: was ist erlaubt, was nicht?

Wenn die eigenen vier Wände zwar praktisch geschnitten, aber nur unzureichend renoviert sind, legen viele Mieter gern selbst Hand an. Allerdings ist kein Mieter gut beraten, die Renovierungsmaßnahmen ohne Rücksprache mit dem Vermieter vorzunehmen.

Gewisse Regeln sind für Mieter und Vermieter gültig

Die Bodenbeläge sind veraltet, der Balkon könnte ein neues Design vertragen oder die Fliesen im Bad verbreiten eher uncharmantes 70er-Jahre-Flair: in diesen Fällen kommen ein schicker Laminatboden(worauf man beim Kauf von Laminat achten sollte erfahren Sie hier) oder ein moderner Fliesenspiegel wie gerufen. Doch ganz gleich, ob Mieter nach einem Umzug soeben erst ihre Wohnung gewechselt haben oder seit vielen Jahren in der Immobilie leben – Mieter müssen sich stets an bestimmte Regeln halten. Generell können Mieter kleine Renovierungsmaßnahmen ohne Zustimmung der Vermieter vornehmen. Möchten Bewohner der Tür oder Fensterrahmen eine frische Lackierung spendieren oder ist an Wänden eine neue Farbe fällig, können Mieter diese Änderungen ohne Rücksprache mit dem Vermieter realisieren.

Während der Mietzeit sind der Farbauswahl keine Grenzen gesetzt

Juristisch können Vermieter Mieter nicht verpflichten, die eigenen vier Wände während der Mietzeit in neutrale Farben zu hüllen. Dennoch kann Mietern aufgebürdet werden, das Zuhause nach Beendigung der Mietzeit in einigermaßen neutraler Farbgebung abzugeben. An dieser Klausel können Mieter auch dann nichts ändern, wenn sich die Farbgebungen noch immer in einem guten Zustand befinden. Dennoch heißt diese Regelung nicht, dass Vermieter eine Wohnung mit Wänden im rein weißen Farbton zurückgeben müssen.

Ein möglicher Streitfall: das Bohren von Löchern in der Wand

Ist bei der ursprünglichen Nutzung der Wohnung noch keine Einbauküche vorhanden gewesen, ist ein Aufbau einer solchen Küche auch ohne Einwilligung der Vermieter gestattet. Diese Erlaubnis schließt das Recht ein, an bis dahin unverarbeiteten Stellen Löcher in die Wand zu bohren. Allerdings gehen Mieter bei einem etwaigen Auszug das Risiko ein, dass die Vermieter auf eine Beseitigung der Löcher bestehen. Außerdem steht es Mietern in einem Haus oder der Wohnung frei, zusätzliche Steckdosen anzubringen, Türen auszuhängen oder Teppichböden zu verlegen – allerdings nur unter der Prämisse, dass diese Maßnahmen bei einem bevorstehenden Umzug wieder rückgängig gemacht werden. Bei Missgefallen eines Bodenbelags müssen Mieter das Einverständnis der Vermieter einholen, um diesen Boden auszutauschen. Wichtige Voraussetzung: der Mieter muss die Kosten für diese Maßnahme ganz allein tragen.

Die Bausubstanz darf nicht in Eigenregie verändert werden

Beeinflussen Renovierungsmaßnahmen sogar die Bausubstanz oder zeichnen sich diese durch Sanierungscharakter aus, ist die Zustimmung der Vermieter dringend erforderlich. Planen Mieter beispielsweise Maßnahmen wie den Einbau einer Etagenheizung oder eine Abhängung von Decken, ist eine Erlaubnis seitens der Vermieter dringend notwendig. Anderenfalls könnten Vermieter auf ihr Recht bestehen, eine Rücknahme der vorgenommenen Maßnahmen zu veranlassen oder mit fristloser Kündigung des Mietvertrags drohen.

Zur eigenen Sicherheit: der Abschluss eines Renovierungsvertrags

Damit sich beide Seiten bei geplanten Renovierungsmaßnahmen rechtlich absichern, ist es sinnvoll, einen schriftlichen Renovierungsvertrag aufzusetzen. Diese schriftliche Vereinbarung ist insbesondere deshalb sinnvoll, um Regelungen zur Übernahme entstehender Kosten oder den Umfang der Maßnahmen unwiderruflich auf Papier zu bannen. Stecken sanierende Mieter viel Geld in die Wohnobjekte, erhöht sich der Wert der Immobilien zumeist zwangsläufig. Deshalb ist eine Vereinbarung hilfreich, um Kostenbeteiligungen seitens der Vermieter zu regeln oder sich über ein Herabsetzen der Miete zu einigen. Dieser Renovierungsvertrag könnte darüber hinaus eine Einigung über eine etwaige Abstandszahlung im Fall eines Umzugs bzw. Auszugs regeln.